Behandlungsspektrum

In unserer Praxis werden Kinder und Jugendliche behandelt, denen es aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht gut geht:

Einige Kinder und Jugendliche…

sind oft traurig und haben keine Lust und keine Energie mehr Sachen zu tun, die sie früher gerne gemacht haben,

verletzen sich selbst oder haben Gedanken, nicht mehr leben zu wollen,

haben große Angst vor verschiedenen Dingen oder Situationen,

haben große Angst dick zu werden und tun alles, damit sie abnehmen,

werden schnell sehr wütend und aggressiv und es fällt ihnen sehr schwer, sich an Regeln zu halten,

müssen bestimmte Sachen immer wieder tun
oder müssen immer wieder an bestimmte Sachen denken,

können in bestimmten Situationen nicht reden,

haben Schmerzen oder andere körperliche Symptome, obwohl die Ärzte keine körperlichen Ursachen dafür finden.

Das sind nur einige Beispiele. In der Praxis werden alle psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen behandelt,
für die sich ein ambulantes Behandlungssetting eignet.

Schwerpunkt Traumatherapie

Im Rahmen meiner psychotherapeutischen Arbeit habe ich mich auf die Behandlung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Durch kontinuierliche Fortbildungen im psychotraumatologischen Bereich stelle ich hierbei eine Behandlung nach aktuellstem wissenschaftlichen Stand sicher.

Durch meine jahrelange Tätigkeit im Kinderschutz-Bereich habe ich insbesondere auch Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sammeln können, die von sexuellem Missbrauch, körperlicher oder psychischer Misshandlung oder Vernachlässigung betroffen sind.

Was ist ein Trauma?

Jedem Menschen kann im Verlauf seines Lebens traumatische Erlebnisse widerfahren, die eine außergewöhnliche psychische und körperliche Belastung darstellen und häufig mit starker Angst, Hilfslosigkeit und Verzweiflung einhergehen.

Traumata (griech.: „Wunde“) können dabei einmalig, kurz und unvorhersehbar auftreten („Typ-I-Trauma“, z.B. einmaliger gewaltsamer Überfall oder Vergewaltigung sowie Unfälle und Erdbeben) oder sie treten wiederholt und chronisch auf und sind dadurch z.T. auch vorhersehbar („Typ-II-Trauma“, z.B. körperliche/psychische Misshandlung, sexueller Missbrauch, schwere Vernachlässigung, Krieg, Folter oder langandauernde Naturkatastrophen).

Traumafolgestörungen

Jeder Mensch reagiert anders auf ein solches Trauma. Dabei unterscheiden sich die Symptome bei Kindern und Jugendlichen zum Teil deutlich von denen bei Erwachsenen. Einige Kinder und Jugendliche haben Albträume und müssen auch tagsüber immer wieder an die schlimmen Erlebnisse denken, obwohl sie es gar nicht möchten. Jüngere Kinder spielen oft das Erlebte immer wieder nach. Einige sind ständig traurig und haben keine Lust mehr zu spielen. Und andere Kinder und Jugendliche sind wiederum sehr gereizt und werden schnell aggressiv. Einige Kinder und Jugendliche klagen über körperliche Beschwerden, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann. 

Diese Symptome können als nachvollziehbare Anpassungsreaktionen angesehen werden, die sich aus der Not heraus entwickelt haben, um in der Extremsituation und der Zeit danach das Überleben zu sichern. Wenn diese einst hilfreichen Notreaktionen nun aber keine sinnvolle Funktion mehr erfüllen, sondern durch Chronifizierung nun selbst zum Problem geworden sind und zu Problemen in der Schule und mit der Familie und Freunden führen, hilft eine Traumatherapie dabei, das Erlebte so zu verarbeiten, dass die nun nicht mehr benötigten Anpassungsreaktionen abgelegt werden können.

Therapie mit Heim-, Pflege- und Adoptivkindern

Nicht alle Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können, benötigen eine Psychotherapie im Sinne einer Heilbehandlung. Oftmals eröffnet eine liebevolle Adoptiv- oder Pflegefamilie oder die Unterbringung in einer engagierten Wohngruppe den Kindern und Jugendlichen die Chance, sich gesund weiterzuentwickeln.

Wenn diese Kinder und Jugendlichen jedoch eine Psychotherapie benötigen, ist die Würdigung ihrer individuellen Lebensgeschichte von zentraler Bedeutung. Nicht selten haben diese Kinder und Jugendlichen schon verschiedene traumatische Erlebnisse überstanden und viele Beziehungsabbrüche verkraften müssen. Neben traumatherapeutischer Behandlungsverfahren ist daher ein bindungsorientierter Zugang über den gesamten therapeutischen Prozess hinweg unabdingbar. Biographiearbeit gehört daher für mich genauso dazu wie die aktive Einbindung der aktuell zentralen Bezugspersonen inklusive der Vermittlung von traumapädagogischen Methoden zur Unterstützung der Kinder und Jugendlichen in ihrem Findungs- und Heilungsprozess.